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3D-Animationen im Realfilm: Zeigen, was noch nicht existiert, längst vergangen ist oder im Verborgenen liegt

Ob historische Rekonstruktionen für Dokumentarfilme, geplante Bauprojekte in realer Landschaft oder Röntgenblicke ins Innere laufender Maschinen: 3D-Kamera-Tracking macht Unsichtbares im echten Videobild sichtbar.

Der entscheidende Vorteil: Echte Kameras können nur filmen, was physisch vor der Linse steht. Durch 3D-Tracking lassen sich Objekte einfügen, die erst in Planung sind, längst zerstört wurden oder verdeckt im Inneren arbeiten. Zudem lassen sich Strömungen visualisieren oder 3D-Texte und Infografik-Hinweise so verankern, als stünden sie real mit im Raum. Die echte Filmaufnahme liefert die Kulisse – die 3D-Erweiterung spart den aufwendigen Komplett-Nachbau ganzer Umgebungen.

BASISWISSEN

Wie 3D-Objekte nahtlos in echte Videoaufnahmen eingefügt werden

Viele denken bei 3D sofort daran, dass eine komplette Szene am Computer gebaut werden muss. Bei der Kombination aus Realfilm und CGI ist das anders: Das echte Video liefert die fertige Kulisse – die 3D-Software ergänzt gezielt nur das Element, das in der Wirklichkeit fehlt oder unsichtbar ist.

01

Die Kamerabewegung nachbauen

Das echte Video wird Bild für Bild analysiert. Die Software erkennt markante Punkte in der Landschaft oder im Raum und errechnet daraus den genauen Weg der echten Kamera. So bewegt sich die virtuelle Kamera im 3D-Programm synchron zum echten Filmmaterial.

02

Licht und Schatten abgleichen

Das 3D-Objekt – etwa ein Bauwerk, eine Maschine oder ein Text – wird im berechneten Raum platziert. Damit es echt wirkt, wird auch die Lichtquelle (wie Sonnenstand oder Deckenlampen) so eingestellt, dass Schattenwurf und Reflexionen genau zur echten Umgebung passen.

03

Verschmelzen zum fertigen Film

Im letzten Schritt werden Realdreh und 3D-Grafik zusammengefügt. Objekte im Vordergrund (wie Bäume, Personen oder Kanten) werden so freigestellt, dass das 3D-Element ganz natürlich dahinter oder dazwischen steht, ohne zu verrutschen.

Der praktische Spareffekt: Weil Landschaft, Hallen und echte Menschen einfach gefilmt werden, entfällt der aufwendige Nachbau ganzer Umgebungen in 3D. Man baut nur das eigentliche Objekt und spart viel Zeit und Rechenaufwand.

EINSATZGEBIETE

Vier typische Anwendungen für 3D im Realfilm

01

Dokumentation & Museen (Vergangenes wieder aufbauen)

Was gezeigt wird: Auf einer echten Wiese oder Ausgrabungsstätte entsteht plötzlich ein historisches Dorf, eine Burg oder ein antikes Bauwerk. Der Moderator steht in der echten Landschaft, während sich die Geschichte um ihn herum aufbaut.

Typischer Einsatz: TV-Dokumentationen, Museen, Ausstellungsfilme und geförderte Kulturprojekte.

02

Planung & Umwelt (Zukünftiges vorab zeigen)

Was gezeigt wird: Windkraftanlagen, Brücken, neue Gebäude oder Renaturierungen werden direkt in echte Drohnenaufnahmen der Landschaft montiert. So sehen Anwohner und Entscheider sofort das geplante Ergebnis am echten Standort.

Typischer Einsatz: Bürgerbeteiligung, Baugenehmigungen, Umweltämter und Projektentwickler.

03

Technik & Schnittansichten (Blick ins geschlossene Innere)

Was gezeigt wird: Eine echte Maschine läuft im Werk – im laufenden Kamerabild wird das Gehäuse transparent und zeigt das Getriebe, Materialflüsse oder Luft- und Wasserströmungen direkt im realen Einsatz.

Typischer Einsatz: Industrie, Spezialmaschinenbau, Medizintechnik und Produktvideos.

04

3D-Grafiken im Raum (Feste Einbettung ins Kamerabild)

Was gezeigt wird: Hinweistexte, Maßangaben, Pfeile oder Schnittlinien liegen nicht einfach flach über dem Bild, sondern stehen fest verankert im realen Raum und bewegen sich natürlich mit jedem Kameraschwenk mit.

Typischer Einsatz: Erklärfilme, Werbespots, Messeclips und Wissenschaftskommunikation.

💡

Gut zu wissen: Oft muss für solche Szenen nicht einmal neu gedreht werden. Bereits vorhandenes Videomaterial oder ein einfacher Drohnenflug reichen häufig völlig aus, um mit gezielten 3D-Erweiterungen die gewünschte Bildwirkung zu erzielen.

GRAFIK & TYPO IM RAUM

Echte Videos auf ein höheres Level heben: Texte und Grafiken direkt im Raum

Jeder hat diesen Effekt schon einmal in Fernsehdokumentationen, Automagazinen oder Messefilmen gesehen: Die Kamera schwenkt um ein echtes Objekt, und daneben erscheint ein Hinweistext oder Pfeil, der sich ganz natürlich mit der Bewegung im Raum mitdreht.

Statt flacher Einblendungen am Bildschirmrand stehen Beschriftungen, Maße oder Schnittlinien direkt neben dem real gefilmten Gegenstand. Wenn sich die Kamera bewegt, passt sich die Perspektive der Grafik an – und ein Moderator kann im Video direkt darauf zeigen oder darum herumgehen.

Das stellt normale Videoaufnahmen auf ein deutlich höheres Level – nicht nur optisch, sondern auch funktional: Zusammenhänge lassen sich viel schneller erfassen, weil Daten, Fließrichtungen oder Bauteilfunktionen genau dort zu sehen sind, wo sie am echten Objekt hingehören.

Der praktische Vorteil: Das gefilmte Produkt, Fahrzeug oder Bauwerk muss dafür überhaupt nicht in 3D nachgebaut werden. Die reale Filmaufnahme dient als fertige Kulisse – lediglich die Texte und Grafikelemente werden digital im Raum platziert.

💡

Bestehendes Material aufwerten: Raumverankerte Grafiken eignen sich auch für bereits vorhandenes Videomaterial. Ohne Neudreh und ohne 3D-Modellbau lassen sich ältere Aufnahmen in moderne, anschauliche Erklärvideos verwandeln.

Schritt 1: Die Dreharbeiten

Die reale Basis aufnehmen

Sollte noch kein Videomaterial vorliegen, so kümmern wir uns gerne darum. Ob mit professionellem Kamera-Equipment oder per Drohnenflug.

Prinzipiell lässt sich aber jedes Videomaterial nutzen. Wenn Du selbst filmst, dann achte auf folgende Punkte:

  • Filme so, als ob das spätere Objekt bereits existiert, und überlege Dir, ob die Positionierung sinnvoll ist.
  • Vermeide zu starke Tiefenunschärfe.
  • Schwebende Objekte lassen sich deutlich einfacher einfügen als stehende.
  • Achte darauf, ob Bereiche im Vordergrund später das 3D-Objekt verdecken könnten. Das ist zwar umsetzbar, aber deutlich aufwendiger.
Schritt 1: Dreharbeiten per Drohne und Kamera

Schritt 2: Tracking Points setzen

2D-Videomaterial für den 3D-Raum vorbereiten

Im 3D-Programm muss nun das Videomaterial vorbereitet werden. Aus dem zweidimensionalen Videomaterial muss ein 3D-Raum erstellt werden.

Dazu werden an markanten Stellen Punkte gesetzt. Im Video rechts sind diese gut zu erkennen.

Das Video wird dann Bild für Bild analysiert und die markanten Punkte werden verfolgt.

Vorschaubild: Tracking Points setzen im 3D-Programm

Schritt 3: Punktwolke erstellen

Aus Punkten entsteht der virtuelle 3D-Raum

Das Verhältnis der einzelnen Punkte aus Schritt 2 zueinander wird dann zu einer dreidimensionalen Punktwolke umgerechnet.

Entstanden ist ein 3D-Raum. Kombiniert mit dem Originalvideo entsteht die perfekte optische Täuschung.

In diesem dreidimensionalen Raum können nun Objekte platziert werden. Der rote Kubus ersetzt hier unsere Windkraftanlage.

Für das Finetuning sind noch einige Arbeitsschritte notwendig. Arbeitet man hier nicht sauber, verrutschen die Objekte später und verschmelzen nicht mit dem Video.

Vorschaubild: Punktwolke erstellen im 3D-Programm

Schritt 4: 3D Objekt bauen und animieren

Modellierung und Bewegung passend zur Szene

Die Objekte, die im Video eingebaut werden, müssen zuerst digital gebaut und animiert werden.

Dies geschieht in diesem Fall direkt im selben Programm, um Proportionen, Drehungen und Bewegungen exakt auf den vorbereiteten Raum abzustimmen.

Vorschaubild: 3D Objekt bauen und animieren

Schritt 5: Einbetten

Natürliche Integration in die Umgebung

Damit das Objekt nicht wie ein Fremdkörper wirkt, muss das Objekt im Video eingebettet werden. Hier sieht man z. B., dass das Fundament mit dem Untergrund „verwachsen“ ist.

Möchte man es zu 100 % perfekt machen, könnte hier auch noch Gras darüber wachsen. Aber Perfektionismus kostet Zeit und Zeit ist Geld. Daher sollte man über manche Ideen Gras wachsen lassen, um Kosten zu sparen.

Wir arbeiten immer nah mit unseren Kunden zusammen. Arbeitszwischenschritte werden abgesprochen. So kann der Kunde Wünsche immer noch nachreichen.

Schritt 5: 3D-Objekt im Gelände einbetten

Schritt 6: Schatten

Licht und Schatten naturgetreu simulieren

In der Realität werfen alle Objekte Schatten. 3D-Objekte erst einmal nicht – man kann den Schattenwurf jedoch simulieren, und das sogar sehr gut.

Damit der Schattenwurf auch zum Video passt, muss genau analysiert werden, aus welcher Richtung das Licht kommt. Denn der virtuelle Schattenwurf muss zu dem aus der Realität passen. In diesem Fall wurde eine künstliche Sonne platziert, die genau aus der Richtung der echten scheint.

Schwierig war hier, dass die Büsche vor den Windrädern im Hintergrund den Schattenwurf in der Realität unterbrechen würden. Hier mussten wir uns etwas einfallen lassen, um den Schattenwurf realistisch wirken zu lassen.

Schritt 6: Schattenwurf und Lichtanpassung bei 3D im Realfilm

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